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Rodung: Miscanthus Rhizome

Hier sehen Sie wie wir die Miscanthus Rhizome mit einer eigens entwickelten Maschine aus dem Boden holen. Die Maschine wurde auf Basis eines Kartoffelernters erbaut und ist eine Einzelanfertigung von manfred schulte – miscanthus. Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns unter m.schulte@miscanthus-haus.de.

In Hoffenheim wurde in 2010 nun Deutschlands größtes Biomasse-Heizkraftwerk eingeweiht,

das von miscanthus befeuert wird. Das Kraftwerk, das von der BioEnergie Hoffenheim GmbH im Besitz von Familie Heß gebaut und betrieben wird, versorgt etwa 70 Gebäude im Ortskern mit Nahwärme, darunter Wohnhäuser, Geschäfte und Betriebe sowie das Ortsmuseum. Es wurde von der EU als Vorzeigeobjekt im Bereich erneuerbarer Energien ausgezeichnet und mit 200.000 Euro über den Bioenergiewettbewerb des Wirtschaftsministeriums Baden-Württembergs gefördert.

Der Wirtschaftsminister von Baden-Württemberg, Ernst Pfister, forderte Landwirte, kleine und mittlere Unternehmen sowie Kommunen und Kreise auf, sich auch weiterhin am Bioenergiewettbewerb mit guten Ideen und innovativen Vorhaben zu beteiligen.

Jetzt hat sein Ministerium das innovative und vorbildliche Vorhaben über den landesweiten Bioenergiewettbewerb mit einem Zuschuss von 200.000 Euro gefördert. Die Mittel kommen hälftig aus Landesmitteln und hälftig aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) im Rahmen der EU-Strukturförderung „Regionale Wettbewerbsfähigkeit und Beschäftigung“.

Die BioEnergie Hoffenheim GmbH hat das Heizwerk für den Brennstoff miscanthus gebaut. Neben der Verwendung moderner Heiztechnik und innovativer Filtertechnik werden heimische nachwachsende Rohstoffe eingesetzt. Ãœber ein Nahwärmenetz mit gut 2.500 Metern Länge werden derzeit 70 Gebäude sowie Gewerbebetriebe und öffentliche Gebäude mit Wärme beliefert.

Der Brennstoff miscanthus wird auf eigenen bzw. gepachteten Äckern fast ausschließlich auf der Gemarkung der Gemeinde Hoffenheim angebaut. Eine Anbaufläche von 39 Hektar ist das Ziel bis zum Jahr 2012.

miscanthus gilt als eine der ertragsreichsten Energiepflanzen bei gleichzeitig geringem Aufwand für Düngung und Pflanzenschutz. Durch die Verwendung von miscanthus können neue und zukunftsfähige Potenziale erschlossen und die Liste der Energiepflanzen erweitert werden. Die Wertschöpfungskette vom Anbau bis zum Endverbraucher auf engem lokalem Raum ist vorbildlich, ebenso die Umsetzung eines Nahwärmekonzeptes in einem von Altbauten geprägten Sanierungsgebiet.

Für den landesweiten Bioenergiewettbewerb steht eine jährliche Fördersumme von rund einer Million Euro bereit, um die sich Projektträger mit ihren Vorhaben bewerben können. Alle drei Monate werden die bis zum jeweiligen Stichtag eingegangenen Anträge unter Beteiligung eines Beirates mit Vertretern der Verbände, der Verwaltung und der Wissenschaft bewertet.

miscanthus – Energie wächst auf Brachflächen

Die Zisterzienserklöster haben schon immer großen Wert auf Autarkie gelegt.
Dieser Gedanke steht auch Pate bei der Energieversorgung.

Das Kloster Himmerod betreibt nunmehr die deutschlandweit größte mit miscanthus Chinaschilf befeuerte Heizungsanlage. Die Vorteile des miscanthus sind der günstige Preis sowie der hohe Heizwert.
Seit 2008 dient das Chinaschilf miscanthus dem Kloster Himmerod als Heizmaterial.

Max Victor Limbacher, Geschäftsführer der Abtei Himmerod sagt dazu:
Er ist der anspruchsloseste unter den nachwachsenden Rohstoffen, die zum Heizen verwendet werden können und wächst auch auf feuchten Flächen, die sonst nicht oder nur schwer landwirtschaftlich genutzt werden. miscanthus Chinaschilf braucht weder Dünger noch sonstige Pflege. „Einmal im Jahr auf den Acker zum Ernten“, mehr ist nicht notwendig.
Neben zwei Heizkesseln entstand ein Nahwärmenetz, das die Abteikirche sowie alle weiteren Gebäude der Klosteranlage mit Wärme versorgt. Die Heizanlage wird von den Pfalzwerken in einem Contracting-Verfahren (eine Art Leasing) an die Betreibergesellschaft des Klosters vermietet.

Die Pfalzwerke investierten in die Biomasseheizung und das Wärmenetz laut Angaben des Mainzer Umweltministeriums 900 000 Euro. Das Ministerium bezuschusste die Anlage mit 200 000 Euro. Im Kloster Himmerod entstand so die bundesweit größte miscanthus -Heizung. Zudem ist eine Solarstromanlage in der Planung. „Wir sparen mit der neuen Heizung pro Jahr 70 000 Liter Öl ein“, macht Geschäftsführer Limbacher die Dimension der Anlage deutlich. Dem stehen Kosten in Höhe von 15 000 Euro für Heizmaterial und Unterhalt der Anlage gegenüber. 21 Hektar Anbaufläche sind notwendig um genug Heizmaterial für ein Jahr ernten zu können. Auf sieben Hektar baut das Kloster selbst miscanthus an, der Rest wird zugekauft.

Momentan wird allerdings nur der kleinere Heizkessel der Anlage mit miscanthus Chinaschilf geheizt, der größere wird noch mit Holzhackschnitzeln befeuert. Grund ist noch die Fehleranfälligkeit der Transportschnecke, die den Brennstoff in die Heizkessel transportiert.

„Durch das geringe Eigengewicht drückt sich das Schilf aus der Transportschnecke hinaus“, sagt Udo Kremer, Leiter der Haustechnik des Klosters. Daher ist mehrmals am Tage eine Kontrolle der Heizanlage notwendig.
Ziel bleibt für Max Victor Limbacher die hundertprozentige Befeuerung der Anlage mit Chinaschilf. Er stellt nochmals den ökologischen Nutzen der Anlage heraus, mit der laut Umweltministerium jährlich bis zu 750 Tonnen CO2 eingespart werden.

Miscanthus, eine Alternative für die Landwirtschaft

Veröffentlicht im Dezember 2010 vom 3N Kompetenzzentrum, Werlte, Niedersachsen

Miscanthus ist weiterhin eine interessante Option für die Landwirtschaft. Darauf hat die Landwirtschaftskammer Niedersachsen hingewiesen.
Untersuchungen des 3N-Kompetenzzentrums in Werlte hätten allerdings gezeigt, dass die Standortwahl entscheidend sei. Ebenso wichtig seien regionale Konzepte, die eine sinnvolle Nutzung der bisher noch wenig verbreiteten Pflanze möglich machten. Miscanthus werde bis zu 3 m hoch und könne auf guten Standorten pro Jahr 8 t/ha bis 15 t/ha an Trockenmasse liefern. Das gehäckselte Pflanzenmaterial sei als Kultursubstrat im Gemüseanbau, als Zusatz in Baustoffen und auch als Tiereinstreu geeignet.

Die aktuelle Forschung befasse sich aber vorrangig mit der Nutzung als Brennstoff, dessen Heizwert etwas niedriger sei als der von Holz. Um den Nachteil der geringen Schüttdichte auszugleichen, könne das Häckselmaterial zu Pellets oder Briketts gepresst werden. Laut Darstellung der Kammer sind Miscanthushäcksel und -pellets in der anstehenden Novellierung der 1. Bundesimmisionsschutz-verordnung (BImSchV) als Brennstoff neu zugelassen. Unklar sei aber noch die Regelung für Miscanthusbriketts.

Für Großfeuerungsanlagen, die nach Inkrafttreten der novellierten 1. BImSchV errichtet würden und in denen Miscanthus verbrannt werde, seien eine Typprüfung und die Einhaltung der neuen Grenzwerte für Dioxine und Furane nachzuweisen. Mittlerweile hätten mehrere Hersteller von Holzheizanlagen ihre Kessel für den neuen Brennstoff freigegeben. Miscanthus stammt der Kammer zufolge ursprünglich aus Asien. In Europa gebe es das Schilfgewächs seit Langem als Zierpflanze. Bereits seit Ende der achtziger Jahre interessierten sich Forschung, Industrie und Landwirtschaft für Miscanthus als nachwachsenden Rohstoff. Die Pflanze werde als Dauerkultur angelegt und 15 bis 20 Jahre genutzt. In den ersten drei Wirtschaftsjahren sei die Anlage von Miscanthusbeständen jedoch mit hohen Kosten und niedrigen Erträgen verbunden.

Sonnleitner sieht Energiepflanzenanbau positiv

Gerd Sonnleitner geht davon aus, dass sich der Anteil der Biomasse an der deutschen Energieerzeugung ohne Probleme bis zum Jahr 2020 verdoppeln lässt. Das schreibt die Berliner Morgenpost.

Dazu müsse der Anbau von Energiepflanzen von derzeit rund 2. Millionen Hektar auf 3. Millionen Hektar ausgedehnt werden. Diese Entwicklung führe allerdings nicht automatisch zu einer reinen Monokultur im Ackerbau, wie Naturschützer immer wieder befürchteten. Das Gegenteil sei der Fall: Es werden künftig nicht nur Mais, sondern beispielsweise auch Ölsaaten, Zuckerrüben und Kartoffeln für die Energieerzeugung angebaut. Hinzu kommen neue Pflanzen, an denen derzeit geforscht wird.

Der Ausbau der Biomasseerzeugung bringe Deutschland neben der CO2-Ersparnis größere Unabhängigkeit von fossilen Brennstoffen. „Versorgungssicherheit und Stabilität werden ausgebaut“, zitiert die Zeitung Sonnleitner.

„Gut Holz“

Gefunden in: Capital 01/2011
Autor: Simon Schäfer

Rohstoffmangel. Um Abfälle aus deutschen Wäldern ist ein bizarrer Streit entbrannt. Pressplattenhersteller balgen sich mit Biomassekraftwerken um Schnitzel und Späne. Die Preise sind explodiert. Droht nach der Tortillakrise nun die Billy-Blase?

Auf dem Boden Wildschweinfelle, an der Wand ein Hirschgeweih – sein Büro auf Schloss Berleburg verleiht Johannes Röhl eine Aura der Macht. Im Auftrag der Fürstenfamilie Sayn-Wittgenstein-Berleburg verwaltet er den fünftgrößten deutschen Privatwaldbesitz: mehr als 13000 Hektar. Den Großteil der Jahresernte von 90 000 Festmetern verkauft er an Sägewerke, die daraus Bretter, Balken und Dielen schneiden. Zehn Prozent bleiben als minderwertiges Industrieholz übrig. Früher lieferte Röhl das an die Spanplattenindustrie. Doch die geht leer aus, seit in der Nähe ein Pelletwerk eröffnet hat und Röhl als Lieferanten gewann. Seine früheren Kunden seien darüber sehr unglücklich, erzählt der Verwalter: Gesagt hätten die nichts. Wozu auch? Röhl sitzt am längeren Hebel.

Die Angst geht um in Deutschland, dass das Holz bald nicht mehr für alle reicht. Obwohl die Bundesrepublik die größten Vorräte in Europa besitzt, wird der Rohstoff knapp 2020 werden hierzulande jährlich 10 Millionen Kubikmeter fehlen, warnen die Uno-Organisation FAO und das Deutsche Biomasseforschungszentrum. Hauptgrund ist der explodierende Bedarf an Biobrennstoff. 40 Prozent der jährlichen Holzernte werden bereits heute in Heizkesseln verfeuert. Die Folge: Der Preis für sogenannte Waldhackschnitzel ist in den vergangenen fünf Jahren um knapp 70 Prozent gestiegen. Schon werden Vergleiche gezogen zur Tortillakrise. Zehntausende gingen vor vier Jahren in Mexiko auf die Straße, weil die Preise für Maismehl wegen Amerikas Nachfrage nach Biotreibstoff sprunghaft angestiegen waren.

Der Hunger nach Holz in Deutschland ist gewaltig. 2008 landeten mehr als 25 Millionen Festmeter in deutschen Öfen. Fast ebenso hoch ist der Bedarf der Biomassekraftwerke, deren Zahl rasant zunimmt: Allein 2009 gingen 40 neue Anlagen zur Stromerzeugung ans Netz. Das Wachstum wird befeuert vom Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG). Es garantiert den Kraftwerksbetreibern einen festen Vergütungssatz für ihren Strom, der deutlich über dem Marktpreis liegt. Die Mehrkosten hierfür werden auf alle Stromkunden umgelegt. Insgesamt flossen so 2009 zusätzlich 3,7 Mrd. Euro an die Biomassekraftwerke. Das nützt der Ökobilanz der Bundesregierung, verzerrt jedoch zugleich den Markt – zum Ärger von Leuten wie Peter Sauerwein. Der Forstwirt ist Geschäftsführer des Verbands der Holzwerkstoffindustrie (\rHI), die Spanplatten, Sperrholz und Innentüren herstellt. Holz wird knapper werden als Öl, warnt er. Sein Verband, der in Deutschland 25 Werke mit 1000 Beschäftigten vertritt, hat deshalb eine Kampagne gestartet. Bevor Holz verbrannt wird, solle es zunächst als Werkstoff verarbeitet werden. Sauerweins Botschaft: Kauft Billy-Regale statt Pellets. „Das ist ökonomisch und ökologisch vernünftiger.“

Der VHI hat die Bundestagsabgeordneten angeschrieben, um für seine Belange zu werben. Es gab einen europaweiten Protesttag, Fabriken stellten zeitweise die Produktion ein. Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner (CSU) übergab der Verband eine Resolution, in der er forderte, die Anschubfinanzierung für Pelletheizungen abzuschaffen. Überdies dürfe für Brennholz nicht länger der reduzierte Mehrwertsteuersatz von sieben Prozent gelten, Biomassekraftwerke, die Waldholz verfeuern, sollten nicht weiter durch das EEG gefördert werden.

Die Energielobby ficht der Protest nicht an. ,,Panikmache“ nennt Martin Bentele, Geschäftsführer des Deutschen Energieholz-und Pellet-Verbands (DEPV), die Aktion. Politisch werde der Vorstoß ein ,,Rohrkrepierer“.
Doch der Leidensdruck der Rivalen wächst: Im Oktober musste Deutschlands größter Holzwerkstoffhersteller Pfleiderer sein Werk in Gschwend dichtmachen. Über die Schließung weiterer Standorte in Thüringen und Hessen wird verhandelt. Der Grund seien neben Überkapazitäten die hohen Holzpreise, sagt Westeuropa-Chef Michael Wolff. ,,Wir konnten die gestiegenen Rohstoffkosten nicht ausreichend durch Preiserhöhungen ausgleichen.“
Der Kampf ums Holz wird sich in den kommenden Jahren noch verschärfen. Die EU will den Anteil erneuerbarer Quellen an der Energieversorgung bis 2020 auf 20 Prozent hochschrauben. Auch die schwarz-gelbe Koalition hat angekündigt, die Bioenergie weiter auszubauen – bei der Stromversorgung etwa soll der Anteil von derzeit 16 Prozent auf 30 Prozent steigen.

Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) steht vor einem Zielkonflikt. 2011 muss er turnusgemäß die Fördersätze für erneuerbare Energien anpassen. Die Vermeidung der Nutzungskonkurrenz werde ,,ein wichtiger Aspekt“ bei der EEG-Novelle sein, heißt es im Ministerium.

Entschieden sei aber noch nichts. Bis dahin will Verbandschef Sauerwein die Bürger mobilisieren. ,,In der Bevölkerung muss ankommen: Wenn ich ein Holzprodukt kaufe, tue ich etwas Besseres für die Umwelt, als wenn ich Holz aus dem Wald verbrenne.“ Bei Aktionstagen mit der IG Metall will er sich in den kommenden Wochen auf Marktplätze stellen, in Volkshochschulen und Rathäuser gehen. Immerhin, so Sauerwein, stünden 300000 Arbeitsplätze auf dem Spiel, wenn die Spanplattenindustrie aus Deutschland abwandere.