zurück miscanthus – Energie wächst auf Brachflächen

Die Zisterzienserklöster haben schon immer großen Wert auf Autarkie gelegt.
Dieser Gedanke steht auch Pate bei der Energieversorgung.

Das Kloster Himmerod betreibt nunmehr die deutschlandweit größte mit miscanthus Chinaschilf befeuerte Heizungsanlage. Die Vorteile des miscanthus sind der günstige Preis sowie der hohe Heizwert.
Seit 2008 dient das Chinaschilf miscanthus dem Kloster Himmerod als Heizmaterial.

Max Victor Limbacher, Geschäftsführer der Abtei Himmerod sagt dazu:
Er ist der anspruchsloseste unter den nachwachsenden Rohstoffen, die zum Heizen verwendet werden können und wächst auch auf feuchten Flächen, die sonst nicht oder nur schwer landwirtschaftlich genutzt werden. miscanthus Chinaschilf braucht weder Dünger noch sonstige Pflege. „Einmal im Jahr auf den Acker zum Ernten“, mehr ist nicht notwendig.
Neben zwei Heizkesseln entstand ein Nahwärmenetz, das die Abteikirche sowie alle weiteren Gebäude der Klosteranlage mit Wärme versorgt. Die Heizanlage wird von den Pfalzwerken in einem Contracting-Verfahren (eine Art Leasing) an die Betreibergesellschaft des Klosters vermietet.

Die Pfalzwerke investierten in die Biomasseheizung und das Wärmenetz laut Angaben des Mainzer Umweltministeriums 900 000 Euro. Das Ministerium bezuschusste die Anlage mit 200 000 Euro. Im Kloster Himmerod entstand so die bundesweit größte miscanthus -Heizung. Zudem ist eine Solarstromanlage in der Planung. „Wir sparen mit der neuen Heizung pro Jahr 70 000 Liter Öl ein“, macht Geschäftsführer Limbacher die Dimension der Anlage deutlich. Dem stehen Kosten in Höhe von 15 000 Euro für Heizmaterial und Unterhalt der Anlage gegenüber. 21 Hektar Anbaufläche sind notwendig um genug Heizmaterial für ein Jahr ernten zu können. Auf sieben Hektar baut das Kloster selbst miscanthus an, der Rest wird zugekauft.

Momentan wird allerdings nur der kleinere Heizkessel der Anlage mit miscanthus Chinaschilf geheizt, der größere wird noch mit Holzhackschnitzeln befeuert. Grund ist noch die Fehleranfälligkeit der Transportschnecke, die den Brennstoff in die Heizkessel transportiert.

„Durch das geringe Eigengewicht drückt sich das Schilf aus der Transportschnecke hinaus“, sagt Udo Kremer, Leiter der Haustechnik des Klosters. Daher ist mehrmals am Tage eine Kontrolle der Heizanlage notwendig.
Ziel bleibt für Max Victor Limbacher die hundertprozentige Befeuerung der Anlage mit Chinaschilf. Er stellt nochmals den ökologischen Nutzen der Anlage heraus, mit der laut Umweltministerium jährlich bis zu 750 Tonnen CO2 eingespart werden.