Miscanthus

Biologie und Herkunft

Miscanthus ist ein ausdauerndes Süßgras, welches bis zu 4 m hohe Bestände bildet. Die aus dem unterirdischen Rhizomsystem (Wurzeln) austreibenden beblätterten Halme sterben im Herbst ab. Im Frühjahr treiben Halme neu aus den Wurzeln aus. Die zweizeilig angeordneten Blätter bestehen aus einer langen, Stängel umfassenden Blattscheide und einer 2-3 cm breiten, dunkelgrünen Spreite. Die zweiblütigen Ährchen sind in Form endständiger Rispen angeordnet, die aufgrund langer Haare an der Ährchenbasis ein silbriges Aussehen haben.

In Mitteleuropa kommt Miscanthus in warmen Sommern zwar auch zur Blüte, keimfähige Samen werden jedoch nicht ausgebildet. Eine Vermehrung findet hier daher fast ausschließlich vegetativ (über Wurzelteile/Rhizome) statt. Es gibt horstbildende Miscanthusarten -Miscanthus Gigantheus gehört dazu- und solche, die sich über größere Flächen ausbreiten. Im Gartenbau empfiehlt sich für beide Varianten der Einsatz von Wurzelsperren, wie sie beispielsweise häufig für Bambus verwendet werden.

Als C4-Pflanze ist Miscanthus fähig, mit vergleichsweise wenig Wasser, CO2 und Düngemitteln in kurzer Zeit viel Biomasse aufzubauen: 20 Tonnen pro Hektar Land sind keine Fiktion!

 

Besonders sticht dabei Miscanthus x Giganteus hervor – vermutlich eine Hybride aus Miscanthus Sachariflorus und Miscanthus Sinensis, wird dieses Gewächs sogar 4-5m hoch.

Wie andere C4-Pflanzen ist auch Miscanthus Wärme liebend – oft sind deshalb gerade die Mais-Standorte für den Anbau prädestiniert.

Das Chinaschilf stammt ursprünglich aus Südostasien (u.a. China, Japan und Korea), wo es in subtropischen bis subarktischen Klimabereichen vorkommt. Erst 1935 wurde eine spezielle hochwüchsige Sorte, Miscanthus x Giganteus, von Japan über Dänemark nach Mitteleuropa eingeführt.

Es gibt viele Pflanzen mit denen sich künstlich und industriell hergestellte Güter mehr oder weniger gut ersetzen lassen. An Vielseitigkeit und Ausbeute gemessen ist Miscanthus aber kaum zu überbieten. Landwirte und Investoren, die heute mit diesem Energiegras arbeiten wollen, können mittlerweile von der langjährigen Erfahrung der Pioniere in diesem Bereich profitieren. So lassen sich Erträge maximieren und Risiken minimieren. Aus Furcht vor Ernteeinbußen wird nicht selten weiterhin Mais angebaut – auch wenn die Rahmenbedingungen für einen Wechsel zu Miscanthus außerordentlich gut sind.

Muss bei vielen Pflanzen eine ganze Armada aus chemischen Keulen zu deren Schutz eingesetzt werden, zeigt sich Miscanthus eher anspruchslos und besitzt keine natürlichen Feinde in unseren Breiten.

Klimatischen Risikofaktoren lässt sich mit unterschiedlichen Gegenmaßnahmen begegnen:

  • die Auswahl geeigneter Pflanzen/Rhizome (winterfeste Genotypen), wenn möglich in Absprache mit dem Abnehmer
  • der richtige Pflanzzeitpunkt
  • ein guter Pflanzabstand/Pflanzdichte (soll einerseits Schutz vor Kälte, andererseits ausreichend Platz für Wachstum bieten)