Anbau

 

Die Anlage von miscanthus Flächen erfolgt in der landwirtschaftlichen Praxis durch uns über Rhizome (für ca. 0,15 bis 0,20 Euro/Stück), mit Pflanzmaschinen in Reihen gelegt. Der Bedarf an Rhizomen liegt bei ca. 10.000 bis 12.000 Stück pro Hektar. Die Pflanzabstände von 1,20 m in der Reihe und 0,7 m in der Breite. Die Pflanzungen werden von uns in der Zeit von Mitte November bis etwa Mitte Juni ausgeführt. Die Pflanztiefe richtet sich nach den Boden- und Wetterverhältnissen und erfolgt in einer Tiefe von ca. 5 bis 20 cm. Für das Auflaufen benötigt der Boden eine Temperatur von 10 °C.
Für die Vorbereitung der Flächen zur Pflanzung ist eine sorgfältige Bodenbearbeitung erforderlich. Für die Etablierung des Bestandes ist in den ersten zwei Jahren eine ggf. zu wiederholende Unkrautbekämpfung geboten. Da im miscanthus Bestand bisher keine Herbizide zugelassen sind, bietet die Pflanzung der Rhizome in Reihen Vorteile für die Durchführung einer mechanischen Regulierung von nicht erwünschten Unkräutern und Gräsern. Ab dem dritten Jahr schließt miscanthus die Reihen und unterdrückt die Unkräuter zuverlässig durch die eigene Produktion von Biomasse. Zum Winter fallen die Blätter ab und bilden einen nahezu dichten Unkrautschutzteppich.

Nach unseren bisherigen Erfahrungen kann ab dem dritten Jahr das höchst mögliche Ertragspotential bereits erreicht werden welches über einen Zeitraum von mindestens 20-30 Jahren genutzt werden kann.
Besondere Risiken oder nennenswerter Befall durch Schadinsekten und Schadpilze sind uns in miscanthus Beständen bisher nicht bekannt geworden. Risiken durch Auswinterung von Jungpflanzen bestehen in erster Linie mit vorgezogenen Setzlingen im ersten Winter. Die Einhaltung eines frühen geeigneten Pflanztermins, kräftige und gesunde Rhizome mit min. 3 Knospen sowie eine gute Bestandspflege sind entscheidend, um die Auswinterungsrisiken gering zu halten. Mehrjährige, etablierte Pflanzenbestände sind winterhart.

miscanthus hat vergleichsweise geringe Nährstoffansprüche. Mit der geernteten Stängeltrockenmasse (Ernte ab zweiten Standjahr, i. M.15 t TM/ha) werden durchschnittlich etwa 70-102 kg N/ha, 12-16 kg P/ha, 105-150 kg K ha und 16,5-24 kg S/ha entzogen. Eine N-Düngung ist daher erst ab zweitem Standjahr jährlich in Höhe von 60-80 kg N/ha zu empfehlen. Ein Ausgleich der K- und P-Entzüge empfiehlt sich auf Grundlage einer Bodennährstoffanalyse über eine 2- bis 3-jährige Vorratsdüngung mit Superphosphat und Kalimagnesium.
Auf guten Maisstandorten (zeitige Bodenerwärmung, gut durchwurzelbare Böden, ausreichende Niederschläge/Wasserverfügbarkeit) besteht die Aussicht, mit miscanthus ab dem 3. Standjahr Erträge von 15 bis 20 Tonnen Trockenmasse je Hektar und Jahr zu ernten. An sehr guten Standorten sind Erträge von bis zu 30 Tonnen Trockenmasse je Hektar und Jahr möglich.

miscanthus weist im Vergleich zum Anbau von z.B. Raps, Getreide und Mais viele positive Umweltwirkungen auf. Mit miscanthus bietet sich die Chance für einen extensiven landwirtschaftlichen Anbau mit geringer Düngerintensität und dem Verzicht auf Pflanzenschutzmitteleinsatz. Der flächendeckende miscanthus Bestand bzw. die sich bildende Blatt-/Humusauflage reduziert durch Wind und Wasser verursachte Bodenerosion auf der Ackerfläche. Der Wasservorrat des Bodens wird durch die Blatt-/Humusauflage geschont und es bildet sich eine dauerhafte Nährstoffquelle, die die Nährstoffe der Blattmasse langsam wieder an den Wurzelraum zurück gibt.